Büppel

Wo liegt Umzu?

21.03.10/MC/ … das fragte sich „Heinz“, als er vor kurzem den Slogan unseres beliebten Friesländer Boten „Die etwas andere Anzeigenzeitung für Varel & umzu“ las. Da Heinz nicht aus dieser Gegend kommt und ihm dieses Wort nicht geläufig war, versuchte er dann die Ortschaft „Umzu“ auf einer Karte zu finden…

…so beschrieben in der Glosse „Guten Morgen“ im „Herforder Kreisblatt“ vom 4.März 2010. Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des Kreisblattes hier ein Abzug des Originales – viel Spaß beim Lesen:

Was heißt eigentlich „Büppel“

oder wo kann man die „Büppeler Berge“ sehen?

Haben Sie sich das auch schon gefragt?

Hier finden Sie Antworten auf all die Fragen,
die sich rund um  Büppel auftun.

Wir möchten Licht ins Dunkel bringen und forschen nach. Gibt es Begriffe, die Sie gehört haben aber nicht zuordnen können?

Her damit!

Wir klären alles auf. Und die Antworten finden sie hier:

Büppel

Die Herkunft des Namens Büppel ist bis heute nicht eindeutig geklärt.
Jedoch spricht durch den überlieferten Gebrauch dieses Namens einiges dafür ,
dass Büppel für den Begriff „Hügel“ steht.

Im so genannten „Büppel-Buch“ (Büppel – die Geschichte eines
stadtnahen Dorfes) von Professor Arnold Schultze ist dieses Thema
ausführlich beschrieben und soll hier im Wesentlichen wiedergegeben werden:

Die Flurnamenforscher sagen, dass das „l“ am Ende meistens den Rest
der Silbe „loh“ darstellt, was „Wald“ heißt. Beispiel:
Barkel (Jeverland) = Barkeloh = Birkenwald. Was aber bedeutet der erste Teil des
Wortes? Hierfür gibt es keine Erklärung.

Überzeugender ist jedoch, wie schon Eingangs beschrieben die Bedeutung
„Hügel“. Wie eine Insel erhebt sich der nordöstliche Teil (zur
Orientierung: rund um die „Arche“) des heutigen Ortes bis auf 8m über
das umliegende Gelände als Sandhügel: Der Büppel

Der überlieferte und bis heute verbreitete Sprachgebrauch belegt diese Theorie:
Friedrich Brannolte wohnte gegenüber der Schule (weit weg vom Hügel) „in
Büppel“. Sein Sohn, Malermeister Fritz Brannolte, wohnte „auf dem
Büppel“, „upp’n Büppel“, und das Haus der Witwe Martha Albers
steht sogar „auf dem hohen Büppel“.

Wer von außerhalb kommt und etwas bei der Schule zu tun hat, fährt „nach
Büppel“, will aber jemand zum Büppeler Krug, fährt er „nad’n
Büppel“, „nach dem Büppel“ oder auch „zum Büppel“.

Büppeler Berge

Wer hier eine geologische Formation vermutet liegt leider völlig falsch. Die
Büppeler Berge sind eine Spezialität unseres Bäckermeisters Michael Kappen
und bezeichnen eine Brötchensorte. Die Büppeler Berge werden aus einem
Baguette-Teig gebacken und haben ihren Namen vom Bäckermeister selbst. Während
eines Spazierganges ließ er sich von der Form der Hügel auf dem
Grundschul-Spielplatz bei der Namensgebung inspirieren. Seit dem Jahr 2000 sind diese beliebten
Backerzeugnisse im Sortiment.

Hoher Büppel

Wie schon in der Erklärung des Ortsnamen erwähnt, bezeichnet man mit
„hoher Büppel“ den höchsten Teil des Hügels im Nordosten des
Ortes. Dies ist das Gebiet zwischen Flachsweg, Bgm.-Osterlohstraße und
Krokusweg/Verlängerung Geestweg. Der Geestweg führt „über den hohen Büppel“.

Büppeler Kreis

Über 30 Jahre bildete der Arbeitskreis „Schule-Berufsberatung“ das
Bindeglied zwischen Schule und Arbeitsamt im Nordwesten Niedersachsens mit dem
Ziel, den Übergang der Schulabsolventen in das Berufsleben zu unterstützen.
Der Arbeitskreis, der viele Jahre von dem Wilhelmshavener Schulamtsdirektor
Horst-Dieter Meyer geleitet wurde und regelmäßig in der Büppeler Grundschule
tagte, wurde auch „Büppeler Kreis“ genannt.

Ende 2002 wurde hier die letzte Sitzung gehalten. Die Arbeit wurde anschließend
vom Arbeitskreis „Berufliche Bildung“ in den Berufsbildenden Schulen
Friedensstraße in Wilhelmshaven fortgeführt.

Wasserzug

Der Wasserzug ist ein Graben, der Wasser aus dem Moor
„zieht“.

Um das Jethausermoor und das Streekmoor urbar zu machen, wurde der
1. Wasserzug
zwischen 1750 u. 1790 gegraben. Er verlief etwa 100 m östlich zur
heutigen Bgm.-Osterloh-Straße.

Der 2. Wasserzug wurde zwischen 1850 und 1890 angelegt und verlief etwa
150 m östlich des heute nicht mehr vorhandenen 1. Wasserzuges.

Der südliche Teil des 2. Wasserzuges wurde nach dem 2. Weltkrieg stillgelegt.
(Die Unterführung an der Neudorfer Str. ist noch vorhanden). Der nördliche
Teil hat heute den Namen „Büppeler Randgraben“. Der Verlauf des 2.
Wasserzuges bildet übrigens die Ostgrenze der Flur 35.

Heute erfolgt die Entwässerung durch einen 3. Wasserzug,
den Jethauser
Graben, der beim Ortschild „Neudorf“ die Neudorfer Str. kreuzt.

Lekewiesen

Lekewiesen ist der Name für das neue Siedlungsgebiet südlich der Leke,
östlich der Bgm.-Osterloh-Straße. Dieser Name wurde dem Investor Thalen,
der das Siedlungsgebiet 2002 erschlossen und vermarktet hat , von der
Dorfgemeinschaft vorgeschlagen. Thalen hatte dieses Gebiet ursprünglich mit „Büppeler
Gast“ bezeichnet. Mit diesem Namen wird aber schon seit 300 Jahren das Gebiet
benannt, das die Büppeler auch „hoher Büppel“ nennen.

Die Straßen in diesem Siedlungsgebiet wurden zu Ehren der im selben Jahr
verstorbenen Astrid Lindgren nach ihr und ihren Kinderhelden benannt. Dass die
Straßen eines ganzen Wohngebietes so benannt wurden ist laut dem Oetinger
Verlag, der in Deutschland die Rechte an Astrid Lindgrens Büchern hat, bisher
einmalig.

„Peter bei Nacht“

Diesen ungewöhnlichen Spitznamen trug Harm Eilert Peter Fenken, der ab ca.
1911 eine Bäckerei in Büppel betrieb und zwar im selben Gebäude, in dem noch
heute Michael Kappen seine Brötchen backt. Der Name bezog sich wohl auf die
ungewöhnliche Arbeitszeit zu nachtschlafender Zeit.

Heinrich Kappen übernahm 1947, bereits leerstehend, die Bäckerei und kaufte 1957
schließlich auch das Gebäude. Bis heute ist der Betrieb im Besitz der Familie.